DH Ruhr@UDE - Digital Literacy für die Geisteswissenschaften
Konferenzbericht zur Auftaktveranstaltung des Projekts
Digital Humanities Ruhr am 13.05.2024
Am 13.05.2024 erfolgte die Auftaktveranstaltung zum Projekt Digital Humanities Ruhr im Glaspa-villion der Universität Duisburg-Essen. Zusammen mit den Projektbeteiligten der drei Universi-tätsallianz Ruhr-Partneruniversitäten (UAR) – UDE, TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum – fanden sich zahlreiche Dateninteressierte zusammen, um den Fragen nach der Relevanz digitaler Kompetenzen für Studierende der Geisteswissenschaften sowie der curricularen Verankerung dieser nachzugehen.
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Digital Humanities Ruhr - Digital Literacy für die Geisteswissenschaften
Hochschulöffentliche Konferenz am 13.05.2024 (Campus Essen, Glaspavillon | R12 S00 H12)
Kurzübersicht zum Projekt
Der kompetente Umgang mit digitalen Werkzeugen, Infrastrukturen und Daten gewinnt in den Geisteswissenschaften sowie in weiteren Disziplinen an Bedeutung.
Die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen kooperieren im Projekt "Digital Humanities Ruhr" (DH Ruhr) im Rahmen des Vorhabens "Freiraum 2023" (Stiftung Innovation in der Hochschullehre) hierzu auf drei Ebenen:
- Konzeptionell werden gemeinsam Möglichkeiten der curricularen Verankerung von DH geprüft und erschlossen.
- Inhaltlich werden Module zur nachhaltigen Integration von DH (weiter-)entwickelt, in Studiengänge integriert, erprobt und evaluiert.
- Organisatorisch erfolgt eine studiengangs- und hochschulübergreifende Öffnung der Module.
Ziel ist die fachintegrierte und fachübergreifende Förderung von DH-Kompetenzen.
Auftaktveranstaltung des Projekts Digital Humanities Ruhr
Im Rahmen der hochschulöffentlichen Konferenz, die in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund durchgeführt wurde, wurden Eindrücke zur Entwicklung des Felds von Digital Humanities gegeben sowie gemeinsam Perspektiven für die curriculare Verankerung von Angeboten diskutiert und erste Impressionen aus den beteiligten Projekten vorgestellt.
Welche Kompetenzen gefragt sind und wie im Bereich der universitären Curricula der Geisteswissenschaften Digitalität reflektiert und vermittelt werden kann, war Gegenstand der Keynote von Andrea Rapp, Professorin für Germanistik – Computerphilologie und Mediävistik an der TU Darmstadt.
Programm
12:00 - 12:30 Uhr | Get-together und Mittagsimbiss |
12:30 - 12:45 Uhr | Eröffnung und Begrüßung durch die Hochschulleitungen (Prof. Dr. Stefan Rumann (Universität Duisburg-Essen), Prof.‘in Dr. Kornelia Freitag (Ruhr-Universität Bochum) und Prof.‘in Dr. Wiebke Möhring (TU Dortmund)) |
12:45 - 13:30 Uhr | Digital Literacy für die Geisteswissenschaften: Curriculare Entwicklungen und digitale Fachdidaktiken Keynote von Prof.'in Dr. Andrea Rapp, Professorin für Germanistik – Computerphilologie und Mediävistik, TU Darmstadt |
13.30 - 14:00 Uhr | Kaffeepause |
14:00 - 15:00 Uhr | World-Café
|
15:00 - 15:15 Uhr | Kaffeepause |
15:15 - 16:00 Uhr | Zusammenfassung der Austauschergebnisse und Verabschiedung |
Moderation: Dr. Malte Persike, RWTH Aachen
Keynote
Digital Literacy für die Geisteswissenschaften: Curriculare Entwicklungen und digitale Fachdidaktiken
Prof. Dr. Andrea Rapp, TU Darmstadt
In einer ersten Näherung wird Digital Literacy in der Regel definiert als die Kompetenz, durch digitale Medien, Techniken und Prozesse an Wissensressourcen zu gelangen bzw. sie zu erstellen. In den Digital Humanities wird dieser Begriff jedoch weiter gefasst. Gefordert sind fach- bzw. domänenspezifische Forschungen zu grundlegenden und erweiterten digitalen Kompetenzen bzw. digitaler Bildung, denn nur auf dieser Basis können fundierte Konzepte zu ihrer Verortung und Vermittlung entwickelt und implementiert werden. Eine fachlich ausgerichtete Digital Literacy in den Geisteswissenschaften ist dann mehr als die Fähigkeit, digitale Technik(en) zu nutzen, es geht vielmehr um das Verständnis für den Beitrag von Hermeneutik und Digitalität in allen Facetten für den gesamten Verstehens- und Interpretationsprozess.
Vor diesem Hintergrund beschreibt der Beitrag anhand konkreter Beispiele und Erfahrungen, wie im Bereich der universitären Curricula der Geisteswissenschaften Digitalität reflektiert und vermittelt werden kann.
Prof. Dr. Andrea Rapp studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Ethnologie. Nach Stationen als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Trierer SFB 235 "Zwischen Maas und Rhein", als Geschäftsführerin des "Trier Center for Digital Humanities" sowie als Leiterin des Digitalisierungszentrums an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist sie seit 2010 Professorin für Germanistik – Computerphilologie und Mediävistik an der TU Darmstadt. Bei ihren Forschungen zur Sprache, Literatur und Kultur ist die digitale Transformation Teil der Fachlichkeit, so dass traditionell-philologische und digitale Verfahrensweisen integrativ verbunden werden. Aktuell ist sie u.a. am TU-Projekt "Datenkompetenz von Anfang an in der Lehre" beteiligt.