Promotions- und Habilitationsprojekte
Aktuelle Promotionsprojekte
- Sabine Hattinger-Allende
- Katharina Sufryd
- Agata Skalska
Aktuelle Habilitationsprojekte
- Dr. Catalina Hamacher
Im Haus des Möglichen.
Kinder als politische Subjekte im Kontext einer sozialen Bewegung
gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (2016-2019)
Sabine Hattinger-Allende forscht zu Subjektivierungsprozessen von Kindern in einer sozialen Bewegung für das Recht auf Wohnen im Spanischen Staat. Mit der Studie wird an Debatten in der Kindheitsforschung angeschlossen, die auf den Wirkungszusammenhang von politischer Partizipation, Verletzlichkeit und Handlungsfähigkeit von Kindern fokussieren. Mit der intensiven, einjährigen teilnehmenden Beobachtung und dem narrativen Interview wurden sehr klassische Methoden der ethnographischen Forschung verwendet. Zudem wurden arts-based research Methoden, wie etwa die Videoinszenierung, zum Einsatz gebracht. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele Kinder die affektiv aufgeladenen Orte der sozialen Bewegung für emanzipatorisches Lernen nutzen und in ihrer politischen Teilhabe gleichzeitig stark auf die Bereitstellung von intergenerationaler Sorge angewiesen sind. Gezeigt wird, dass sich die Bildungsprozesse der Kinder in ambivalenten und in sich widersprüchlichen Bewegungen vollziehen. Es verschränken sich etwa Forderungen nach Selbstbestimmung auch mit konsumorientierter neoliberaler Begehrensökonomie. Sichtbar wird die Fragilität emanzipatorischen Lernens gerade auch im Zusammenwirken mit hegemonialen Räumen: So lernen die Kinder etwa, dass ein Sprechen über ihre politische Teilhabe ihre Familie gefährden könnte. Dargestellt wird, wie sich in den individuellen und kollektiven Strategien des Über-Lebens, zwischen dem Wirken struktureller Gewalt und verweigerter Transzendenz, Subjekte bilden, die immer wieder an der Härte der Strukturen scheitern und doch ihre Stimme suchen und finden.
Kinder als Akteur:innen von Inklusion
Katharina Sufryd forscht im Rahmen ihres Promotionsprojekts „Kinder als Akteur:innen von Inklusion“ zu der Re-Produktion sozialer Ungleichheit im schulischen Bildungssystem. Ausgehend von der kindheitstheoretischen Tradition, die sich für die soziale Lebenswelt des Kindes empirisch und gesellschaftspolitisch interessiert, verfolgt sie eine Ethnographie in der Grundschule. Vor dem Hintergrund des bildungspolitischen Anspruchs auf Teilhabe wird von ihr der Fokus auf die Bedingungen schulischer Inklusion gelegt. In ihrem Forschungsprojekt geht sie der Frage nach den differenz- und ungleichheitsreproduzierenden Praktiken in der inklusionsspezifischen ‚Bedarfsklärung‘ des Kindes gemäß AO-SF (Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung §13(1)) nach. In dieser Hinsicht werden Befunde zu den neueren Repräsentationsverhältnissen in Inklusionsprozessen in Aussicht gestellt.
„Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind bereits welche".
Janusz Korczaks Bild vom Kind und seine Perspektive auf das Erwachsenen-Kind Verhältnis
(Arbeitstitel)
Agata Skalska untersucht in ihrer Dissertation welches Bild vom Kind in den Schriften von Janusz Korczak (1878/79-1942) deutlich wird und rekonstruiert seine Perspektive auf die Erwachsenen-Kind-Relation. Korczak selbst hat seine Überlungen und Erziehungsprinzipien nie systematisch dargestellt und wird daher überwiegend als Praktiker oder gar als Theorieskeptiker rezipiert. Ziel dieser Arbeit ist es daher, seine Kritik an dem Status des Kindes in der Gesellschaft herauszuarbeiten und die Dichte seiner Ideen in Bezug auf altersspezifische Diskriminierung auszudifferenzieren. Als theoretische Rahmung werden u.a. Arbeiten zu Bildern von Kindern, generationalen Ordnung und Adultismus hinzugezogen und an aktuelle Diskurse der Kindheitspädagogik und Kindheitsforschung angeschlossen. Datengrundlage bilden ausgewählte Original-Werke, die mit der Grounded Theory explorativ und systematisch analysiert werden.
Abgeschlossene Promotionen
Susanne Gottuck
Differenzen (be-)deuten – Macht sehen. Theoretische, empirische und konzeptionelle Perspektiven einer macht- und differenzreflexiven Lehrer*innenbildung
Henning van den Brink
Spiel, Spaß, Spannung. Kulturelle Bildung aus der Sicht von Kindern.
Veröffentlichung:
van den Brink, Henning (2018): Kindliche Nutzerwelten in der kulturellen Bildung. Wiesbaden, Springer VS. URL: https://doi.org/10.1007/978-3-658-20770-0